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Belgian Disability Forum

Die Mobilitätskarte

 

Eine wahre Herausforderung

Zugänglichkeit eines Ortes, Vorkehrungen für Personen mit Behinderung, Nutzungsbedingungen von Gütern und Dienstleistungen … sind oft Rätsel für die Personen mit Behinderung, die sich an einen bestimmten Ort begeben möchten. Wenn die Person aber vor Ort ankommt, stellt sie sehr oft fest, dass sie keinen Zugang zu dem vorhandenen Angebot für die Öffentlichkeit haben wird. Und wenn es ein Angebot gibt, das auf vielfältige Bedürfnisse ausgerichtet ist, bedeutet dies nicht, dass es bekannt ist. Im Zweifelfall wird die Person das Risiko nicht eingehen, sich fortzubewegen. Der Zugang zur Information ist auch eine wahre Herausforderung.

 

Die Wirklichkeit

Heute ist der europäische Parkausweis das einzige Dokument, das es ermöglicht, die Anerkennung der Behinderung zu bescheinigen. Die Verwendung des Ausweises geht also oft - zu Unrecht aber in Ermangelung eines Besseren - weit über das Parken auf den speziell vorgesehenen Plätzen hinaus : verminderte Eintrittspreise im Museum oder im Schwimmbad, reservierte Plätze für Behinderte im Theater, usw.

 

Wo liegt das Problem ?

Nach dem Legen ihres europäischen Parkausweises auf das Armaturenbrett kann die Person mit Behinderung ihn z B. am Eingang eines Kinos nicht mehr zeigen ! Und wenn die Person den Ausweis jedoch mitnimmt, ist das Risiko eines Strafzettels oder des Abschleppens des Fahrzeugs hoch.

 

DIE belgische Lösung …

Im Jahre 2009 hat das BDF ein Mobilitätskarteprojekt lanciert, das auf 3 wesentlichen Grundsätzen beruht : Anerkennung der Person mit Behinderung durch das Herkunftsland, Gegenseitige Anerkennung zwischen EU-Ländern ohne weitere Kontrolle, Gewährung der Vergütungen für Gebietsfremde zu den gleichen Bedingungen wie für Gebietsansässige. Für nähere Angaben, siehe : Europäischer Behindertenausweis - Note BDF 2009-02-11.

 

, die von der EU gewählt worden ist !

In den europäischen Korridoren hat das belgische Projekt sich allmählich durchgesetzt. Es fand beim EDF eine breite Unterstützung. Schlieβlich wurde es von der Kommission angenommen, so dass es zu einer der wesentlichen Säulen ihres Zugänglichkeitsplanes für die nächsten Jahre geworden ist.

So hat die Kommission im Juli 2015 eine Aufforderung zur Einreichung von Projekten unterbreitet. Diese richtete sich an die 17 möglichen Kandidatenländer für die Entwicklung des Ausweises in den Bereichen Freizeit, Kultur und Sport. Letztendlich haben 8 Länder sich beworben und wurden ausgewählt. Es handelt sich um Belgien, Zypern, Estland, Finnland, Italien, Malta, Slowenien, Rumänien. Eine europäische Finanzierung wird ihnen gewährt, um u.a. den Ausweis und ein Netz von Operatoren, eine nationale Informationswebsite für die Operatoren und die Benutzer sowie eine Sensibilisierungskampagne zu entwickeln. Der Zeitplan ist eng, da der Ausweis bis 31. März 2017 umgesetzt werden muss.

Zur Veranschaulichung : eine Person mit Behinderung, die sich nach Rom begibt, wird auf lange Sicht die Möglichkeit haben, auf die römischen historischen Stätten unter den gleichen Bedingungen wie ein italienischer Staatsbürger zuzugreifen. Ebenso wird ein Finne, der ein föderales Museum in Brüssel besuchen möchte, den ermäβigten Tarif bezahlen und an einer auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen Führung teilnehmen.

Was Belgien betrifft, wird ein Lenkungsausschuss bestehend aus Vertretern des FÖD Soziale Sicherheit, der AVIQ, der VAPH, des PHARE-Dienstes sowie der DPB das Projekt entwickeln. Dabei wird dieser Ausschuss dafür sorgen, dass die Beiräte (wenn vorhanden) in die strategischen Schritte der konkreten Umsetzung einbezogen werden.

Das BDF wird sicherstellen, dass regelmäβige Informationen über den Projektfortschritt weitergeleitet werden. Wir bleiben dran ….

 

Ein weiterer Schritt zu der Umsetzung (10/10/2016)

Am 10. Oktober 2016 haben die zuständigen Minister der Föderalregierung und der Regierungen der föderierten Teilgebiete das Vereinbarungsprotokoll zur Umsetzung des « Europäischen Behindertenausweis » (European Disability Card) unterzeichnet. Wenn der Zeitplan eingehalten wird, sollte dies den Start des Ausweises am Ende des ersten Semesters 2017 ermöglichen.